Freiräume trotz Tagesgeschäft
Wir sind im ersten von drei Themenblöcken dieser 5. Staffel: Wie gelingt das Veränderungsmanagement (Change) im laufenden Prozess?
Dies ist die zweite von drei Episoden zum Themengebiet "Freiräume trotz Tagesgeschäft"
"Keine Zeit haben wir immer." Das Totschlag-Argument, warum Veränderungsprozesse nicht angegangen werden können. Doch die Entwicklungen um uns werden zunehmend schneller. Also ist es dringend geboten, das aktuelle Tun, das ständige Beschäftigtsein auf den Prüfstand zu stellen und sich Freiräume für Zukunftsfähigkeit zu schaffen. Denn "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit." (Friedrich Schiller)
Es geht darum, Konsens in der Führung und in der Teams zu schaffen, gemeinsam Räume zu ermöglichen, in denen über erforderliche Entwicklungen nachgedacht und diese gestaltet werden können. Freiräume entstehen in hohem Maße durch Überdenken von gewohnten, doch nicht immer produktiven Alltagsroutinen, durch Reduzierung von unproduktiver Sacharbeit, Hinterfragen von Prozessen und Kommunikationsstrukturen. Entschlacken, aufräumen und neu justieren, um wieder befreit durchatmen zu können.
Uwe Dotzlaff und Manfred Stockmann weisen darauf hin: Führung hat die Verantwortung den Rahmen zu schaffen, damit alle optimal ihre Fähigkeiten zum Einsatz bringen können. Das gelingt nicht, wenn Führung sich selbst in Details und nicht führungsrelevanten Aufgaben verstrickt. Erkenne die Zeit- und Energieräuber und beseitige sie.
Wir haben keine Change-Projekte mehr. Wir haben einen Prozess ständiger Anpassung, Veränderung und Weiterentwicklung. Und für den gilt es sich und seine Mannschaft fit zu machen. Es braucht kein schneller, schneller. Es braucht ein überlegter und intelligenter. Denn unsere Kraft-- Konzentrations- und Energiespeicher sind biologisch begrenzt. Die gilt es gesunderhaltend einzusetzen. Jeder kann seinen, für ihn optimalen Rhythmus für Fokus, Klarheit, Engagement und Ruhephasen finden.
Der Ausspruch von Markus Schnitzler (österreichischer Sportpsychologe) "Die Grenzen des Sportlers sind die Grenzen im Kopf seines Trainers." lässt sich auch auf Führungskräfte und ihre Einstellung zur Leistungsfähigkeit ihrer Teams und der Organisation anwenden. Die eigenen Limitierungen zu erkennen, sind Voraussetzung dafür, diese Grenzen nicht mehr als gesetzt zu akzeptieren.